
Wie berechnet sich die Leistung?
Alle Leistungsangaben beziehen sich auf die im Dauerbetrieb
sekundärseitig abnehmbare Leistung in VA bzw. kVA. Die Nennleistung
errechnet sich bei Einphasen-Transformatoren aus
Nennsekundärspannung x Nennsekundärstrom bei cos j ( S = U x I ).
Bei Dreiphasen-Transformatoren aus Nennsekundärspannung x
Nennsekundärstrom x Verkettungsfaktor ( S = U x I x 1,73 ).
Wie verhält sich die Nennleistung, wenn sich dieEingangsfrequenz ändert?
Alle die in diesem Katalog ausgeführten Transformatoren sind für
eine Netzfrequenz von 50 und 60 Hz geeignet. Spannungsabfälle,
Verluste und Wirkungsgrad beziehen sich auf die Nennfrequenz von 50
Hz. Bei Auslegung der Transformatoren für abweichende Frequenzen
ändert sich die Nennleistung nach folgender Tabelle:
| f in Hz |
16 2/3 |
42 |
50 |
60 |
75 |
100 |
800 |
|
| P in % |
35 |
84 |
100 |
110 |
125 |
130 |
135 |
Wie stark muss bei erhöhter Umgebungstemperatur die Nennleistungverringert werden?
Die betriebsmäßige Erwärmung der Transformatoren bei einer
maximalen Umgebungstemperatur von 40°C überschreitet die zulässige
Übertemperatur, die in den entsprechenden VDE-Vorschriften (VDE
570) genannt ist, nicht. Für ungehinderten Zutritt der Kühlluft ist
zu sorgen. Für höhere Umgebungstemperaturen als 40°C muß die
Nennleistung entsprechend folgender Tabelle vermindert
werden.
| °C |
45 |
50 |
55 |
60 |
|
| N% |
95 |
85 |
80 |
75 |
Wann wird die angegebene Sekundärspannung erreicht?
Die Transformatoren werden, wenn nicht anders angegeben, so
ausgeführt, dass die angegebenen Nenn-Sekundärspannungen bei
Nennlast und Leistungsfaktor cos j erzielt wird. Bei Drehstrom ist
die angegebene Nennspannung die Spannung der 3 Außenleiter
gegeneinander. Für Sicherheits-Transformatoren werden die
Spannungen 6, 12, 24 und 42 V (nach VDE-Vorschrift) bevorzugt
eingesetzt.
Was sind Wicklungsanzapfungen?
Primär- und Sekundärwicklungen eines Transformators können mit
Anzapfungen ausgeführt werden. Anzapfungen der Primärwicklungen
dienen der Anpassung für die verschiedenen Netzspannungen.
Anzapfungen der Sekundärwicklungen werden für die Stromstärke der
höchsten Spannung bemessen. Wird die volle Leistung auf jeder
Primär -und Sekundärstufe benötigt, muß in der Regel eine größere
Type gewählt werden.
Was ist ein Trenntransformator?
Bei Transformatoren mit getrennten Wicklungen besteht keine
leitende Verbindung zwischen den einzelnen Wicklungen, sie sind
galvanisch getrennt. Die Typenleistung der Transformatoren
entspricht der Nennleistung.

Was ist ein Spartransformator?
Primär- und Sekundärwicklung sind elektrisch leitend miteinander
verbunden. Die Unterspannungswicklung ist ein Teil der
Oberspannungswicklung. Eine wesentliche Materialeinsparung und
damit Verkleinerung der Baugröße trifft nur für eine übersetzung
zu, die kleiner als 1 : 2 ist. Die Leistung eines
Spartransformators wird als Durchgangsleistung bezeichnet. Die
erforderliche Baugröße (Typenleistung) errechnet sich wie
folgt:

Wie funktioniert eine Drossel?
Diese Liste enthält eine Übersicht über
Netz-Kommutierungsdrosseln, Glättungs- und Kreisstromdrosseln,
Motor- und Filterdrosseln. Alle Drosseln werden nach den VDE
Vorschriften 0570/DIN EN 61558 hergestellt. Die verwendeten
Materialien entsprechen mindestens der Isolierstoffklasse T 40 E.
Die Prüfspannung beträgt 2,5-5,0 kV.
Netz-Kommutierungs-Drosseln
Kommutierungsdrosseln werden auf der Wechselstromseite vor
Stromrichteranlagen geschaltet. Die Kommutierungsdrosseln
vergrössern die natürliche Impedanz des angeschlossenen
Verbrauchers. Die Steilheit des Stromanstieges während der
Kommutierung oder bei Kurzschluß und Masseanschluß wird deutlich
herabgesetzt und wirkt außerdem bei Störspannungen (Oberwellen)
dämpfend. Der induktive Spannungsabfall, der an der Drossel
auftritt, wird als auf die Netzspannung bezogener Spannungsabfall
UK in % angegeben. Bei direktem Netzanschluß beträgt UK ca. 4%
(andere UK 2%/8% auf Anfrage). Bei Anschluß eines Stromrichters
über einen Transformator kann auf eine Netzdrossel verzichtet
werden (u.U.).
Gleichstrom-Glättungsdrosseln
Bei allen verwendeten Gleichrichterschaltungen für Motorantriebe
treten auf der Gleichstromseite Überlagerungen von
Wechselspannungen und Strömen auf, die in den nachgeschalteten
Verbrauchern zu erheblichen Verlusten führen können. Bei Speisung
von Motoren kommt es bei der Kommutierung zu starker Geräusch- und
Wärmeentwicklung. In stromrichtergespeisten Stromkreisen beginnt
der Gleichstrom zu lücken, wenn der Gleichstrom-Mittelwert kleiner
wird als der Scheitelwert des überlagerten Wechselstromes. Durch
den Einsatz von Glättungsdrosseln wird die Stromwelligkeit
herabgesetzt und die unerwünschten Erscheinungen auf ein Mindestmaß
reduziert. Bei den in der Liste aufgeführten Drosseln ist der
Induktivitätsverlauf nahezu linear. Die Größe der Drossel wird
bestimmt durch den Nennstrom I und der Induktivität L und
beinhaltet den Energieinhalt E = 0,5 I² x L .
Kreisstrom-Drosseln
Kreisstromdrosseln werden in stromrichtergespeisten Antrieben zum
Kommutieren, Glätten und Begrenzen des Kreisstromes eingesetzt. Der
Induktivitätsverlauf ist nicht linear und ändert sich mit der Höhe
des Stromwertes. Zur Bestimmung der Drossel ist die min. und max.
Induktivität und Strom anzugeben.
Filter-Drosseln
Die von Stromrichtern erzeugten Überschwingungen können über eine
Verzerrung der Netzspannung zu empfindlichen Störungen anderer
Verbraucher führen. Durch Vorschalten einer Filterdrossel werden
diese Störungen und ein erhöhter Spannungsanstieg vermieden.
Wie unterscheiden sich die verschiedenenKurzschlussfestigkeiten?
In den VDE-Bestimmungen wird zwischen
unbedingt kurzschlußfesten, bedingt kurzschlußfesten und nicht
kurzschlußfesten Transformatoren unterschieden.
Unbedingt kurzschlußfest sind Transformatoren,
bei denen die Kurzschlußfestigkeit durch den inneren
Spannungsabfall des Gerätes erreicht wird. In der Praxis sind dies
überwiegend Streufeldtransformatoren, bei denen durch besondere
bauliche Maßnahmen ein dauernder Kurzschluß der Sekundärwicklung
ermöglicht wird, ohne daß unzulässige Übertemperaturen
entstehen.
Bedingt kurzschlußfest sind Transformatoren,
bei denen eine Kurzschlußfestigkeit durch Schmelzsicherungen,
Überstromselbstschalter oder Temperaturbegrenzer erreicht wird, die
baulich mit dem Transformator vereinigt sind. Bei Überlastung löst
die Schutzvorrichtung aus und trennt das Gerät vom Netz oder von
der Belastung.
Nicht kurzschlußfeste Transformatoren werden
vom Hersteller mit keiner Schutzvorrichtung versehen. Die Geräte
müssen vom Betreiber durch geeignete Schutzeinrichtungen in der Zu-
oder Ableitung vor Überlastung geschützt werden. Sie entsprechen
unter diesen Voraussetzungen wieder den Bestimmungen über bedingt
kurzschlußfeste Transformatoren.
Falls kein technischer Grund für das Gegenteil besteht, muß die
Schutzvorrichtung von bedingt kurzschlußfesten Transformatoren im
Eingangsstromkreis angebracht sein.
Wie werden dreiphasige Transformatoren verschaltet?
Dreiphasen-Transformatoren werden in
Stern-Stern-Schaltung mit sekundär herausgeführtem
Null-Punkt gebaut ( Schaltgruppe Y y 0 ). Weitere Schaltgruppen
sind:
Dreieck-Stern-Schaltung
mit sekundär herausgeführtem Null-Punkt ( Schaltgruppe D y 5
)
100% -ige Belastbarkeit des Sternpunktes
Stern-Dreieck-Schaltung
( Schaltgruppe Y d 5 )
Stern-Zick-Zack-Schaltung
( Schaltgruppe Y z 5 )
100% -ige Belastbarkeit des Sternpunktes
Dreieck-Dreieck-Schaltung
( Schaltgruppe D d 0 )
Stern-Sparschaltung
( Schaltgruppe Y o )
Zur Vermeidung von Zusatzverlusten und Sternpunktverschiebungen
bei Belastbarkeit des Sternpunktes von Drehstromtransformatoren ist
folgendes zu beachten:
Bei einer Stern-Stern-Schaltung darf der Sternpunkt nur dann mit
dem vollen Nennstrom belastet werden, wenn der Sternpunktleiter des
speisenden Netzes mit dem primärseitigen Transformatorsternpunkt
starr verbunden ist. Sonst kann der Sternpunkt nur mit ca. 10% des
Nennstromes belastet werden.
Bei Drehstrom-Spar-Transformatoren gilt die gleiche Regel.
Werden 3 Einphasen-Transformatoren zu einem
Drehstrom-Transformator zusammengebaut, so ist eine Belastung des
Sternpunktes zu vermeiden.
Bei Drehstrom-Transformatoren, die für Parallelbetrieb verwendet
werden, sind die Schaltgruppe, Übersetzung, Kurzschlußspannung und
Leistungsverhältnis anzugeben.
Wie sollten Transformatoren abgesichert werden?
Der Einschaltstrom (rush) kann je nach Größe des Transformators
den 10- bis 20-fachen Wert des Nenneingangsstromes betragen, wobei
die primärseitig eingebauten Sicherungen auch im ungünstigsten
Zeitpunkt nicht ansprechen dürfen.
Es wird daher empfohlen eingangsseitig gegen Kurzschluß mit träger
Charakteristik abzusichern. Dem gegenüber steht die für einen
sekundären Kurzschluß dämpfende Wirkung der Wicklung, die den
Kurzschlußstrom wiederum begrenzt.
Was unterscheidet die verschiedenen Schutzarten?
Die IP-Schutzart bezeichnet den Berührungs- Fremdkörper- und
Wasserschutz elektrischer Betriebsmittel. Nach DIN 40 050 sind die
einzelnen Schutzarten wie folgt definiert:
IP 00 kein besonderer Schutz
IP 20 Schutz gegen Eindringen von Fremdkörpern
mit einem Durchmesser größer als 12 mm
IP 23 Schutz gegen Eindringen von Fremdkörpern
mit einem Durchmesser größer als 12 mm Schutz gegen Sprühwasser bis
60° zur Senkrechten
IP 54 Vollständiger Berührungsschutz Schutz gegen
Staubablagerungen und Spritzwasser.
Was sind Schutzklassen?
Die Schutzklasse drückt aus, für welche Art der Schutzmaßnahme
gegen unzulässige Berührungsspannungen Geräte vorbereitet oder in
welche sie einbezogen sind.
Zur Schutzklasse I gehören Transformatoren und
Drosseln, bei denen alle berühr-baren Metallteile, die im Falle
eines Fehlers der Betriebsisolierung unter Spannung gesetzt werden
können, dauerhaft und gut leitend untereinander und mit der
Vorrichtung für den Anschluß eines Schutzleiters verbunden sind.
Sie werden durch Anschluß des Schutzleiters in die Schutzmaßnahme
Schutzerdung einbezogen.
Zur Schutzklasse II gehören Transformatoren, bei
denen alle berührbaren, leitfähigen Teile von solchen Teilen, die
im Falle eines Fehlers der Betriebsisolierung unter Spannung
gesetzt werden können, durch zusätzliche Isolierung (
Schutzisolierung ) getrennt sind. Sie haben keine Vorrichtungen für
den Anschluß eines Schutzleiters.
Welche Bestellangaben benötigen wir?
Bei Anfragen und Bestellungen bitten wir um folgende
Angaben:
- Einphasen- oder Drehstrom mit Typenangabe
- Bauvorschrift-Nr. bzw. Artikel-Nr.
- Nennfrequenz ( allgemein 50/60 Hz )
- Nennleistung in VA oder KVA
- Nenn-Primärspannung
- Nenn-Sekundärspannung (bei Drehstrom die verkettete Spannung
angeben)
- Wicklungsart ( Getrennt- oder Sparwicklung )
- Betriebsart
- Schaltgruppe ( nur bei Drehstrom-Transformatoren )
- Schutzart
- Schutzklasse I oder II
- Tropenisolation
- Ausführung: Lötösen, Klemmen, Printmontage oder freie Enden
Besteht bei Transformatoren eine leitende Verbindungzwischen Primär- und Sekundärwicklung?
Bei Trenntransformatoren sind die
Sekundärwicklungen von den Primärwicklungen galvanisch getrennt. Es
besteh somit keine leitende Vebindung.
Bei Spartransformatoren bedient
eine einzige Wicklung sowohl die Primär- als auch der
Sekundärseite. Deshalb besteht in diesem Fall keine galvanische
Trennung zwischen der Primär- und Sekundärseite.
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